Erbrecht und Erbengemeinschaft 2017-11-21T23:04:41+01:00

Erbrecht einfach verstehen!

Es wurden noch nie soviele Werte vererbt wie heutzutage! Gleichzeitig wird die Situation rund ums Erben immer schwieriger:

  • familiäre Bände sind nicht mehr das non plus ultra
  • Patchwork-Familien nehmen zu
  • viele Rentner genießen ihren Lebensabend dort, wo die Sonne scheint: Thailand, Spanien, Florida, …

Die klassische Erbfolge tritt damit immer seltener ein. Führer hat der Erstgeborene meist die Firma übernommen und fortgeführt. Heute arbeitet er vielleicht in den USA und hat garkein Interesse daran. Auch wird das Finden der Erben immer schwerer, wenn diese weltweit verteilt wohnen.

Das alles führt dazu, dass man sowohl als Erblasser wie auch als Erbe, z.B. auch gemeinsam mit anderen Miterben in einer Erbengemeinschaft, gut daran tut, mit den Grundlagen des Erbrechts vertraut zu sein. Was ist ein Testament und wann ist es gültig? Kann ich als Erbe meine Haftung beschränken ohne gleich die Erbschaft ausschließen zu müssen? Macht es vielleicht Sinn auf das Erbe zu verzichten und besser den Pflichtteil zu nehmen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie hier auf erbrecht360.de.

Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg!

Aktuelles aus meinem Blog zum Erbrecht

Vermächtnis

Dieser Beitrag enthält Werbung.

Wer ein Testament oder einen Erbvertrag errichtet, kann darin zusätzlich ein Vermächtnis aussetzen. Unter Vermächtnis versteht das Gesetz die „Zuwendung eines Vermögensvorteils“ (§ 1939 BGB). Diejenige Person, die den Vermögensvorteil erhalten soll, ist Vermächtnisnehmer. Der Vermächtnisnehmer kann zugleich auch Erbe sein, muss aber nicht. Meist besteht die Absicht des Erblassers darin, seinen Erben zu verpflichten, einer dritten Person oder einer Institution aus bestimmten Gründen einen Vermögensvorteil zukommen zu lassen. Der Vermächtnisnehmer wird mit dem Erbfall nicht direkt Eigentümer, sondern muss seinen Anspruch gegenüber dem Erben oder der Erbengemeinschaft ausdrücklich geltend machen. Die Erben sind dann verpflichtet, das Vermächtnis zu erfüllen.

Gegenstand eines Vermächtnisses

Typisches Beispiel: Der Erblasser war Tierliebhaber und verpflichtet den Alleinerben im Testament dazu, dem örtlichen Tierschutzverein nach seinem Ableben aus dem Nachlass einen Betrag von 5000 € zukommen zu lassen. Gegenstand eines Vermächtnisses kann jeder Vermögensvorteil sein. Es kommen somit Sachen, Forderungen, Geldbeträge, die Zahlung einer Rente, die Befreiung von einer Verbindlichkeit (z.B. Darlehensschuld), die Einräumung eines Wohnrechts in einer Eigentumswohnung oder die monatliche Ausbildungshilfe für den Enkel in Betracht.

Unterscheidung Erbeinsetzung oder Vermächtnis

Das Vermächtnis ist keine Erbeinsetzung. Es begründet für den Vermächtnisnehmer lediglich das Recht, […]

By | Februar 2nd, 2018|Categories: Praxistipps für Erbengemeinschaften|Tags: |Kommentare deaktiviert für Vermächtnis

Testament

Dieser Beitrag enthält Werbung.

Jeder Mensch hat das Recht, ein Testament zu errichten. Dieses Recht wird als Testierfreiheit bezeichnet. Bei einem Testament handelt es sich um eine Verfügung von Todes wegen, in der der Erblasser seinen letzten Willen erklärt. Wer ein Testament errichtet, ändert damit die Standardregeln der gesetzlichen Erbfolge in seinem Sinne ab. Nach der gesetzlichen Erbfolge erben die nächsten Verwandten des Erblassers und dessen Ehegatte. Wer die gesetzliche Erbfolge als ungerecht oder unpassend empfindet, kann in einem Testament genau bestimmen, welche Person ihn beerben soll. Das ist besonders wichtig, wenn ein Unternehmen vererbt werden soll. Denn nicht jeder ist Willens oder in der Lage ein Unternehmen auch entsprechend zu führen. Die Testierfreiheit bietet alle Möglichkeiten, den letzten Willen individuell zu gestalten. So kann eine Person als Alleinerbe eingesetzt werden. Zugleich können mit der Einsetzung eines Alleinerben andere gesetzliche Erben „enterbt“ und damit auf den Pflichtteil verwiesen werden. Auch kann im Testament durch eine Teilungsanordnung angeordnet werden, welcher gesetzliche Erbe welchen Vermögenswert erhalten soll oder der Erblasser ändert die gesetzlich vorgesehenen Erbquoten in seinem Sinne ab.

Art des Testaments

Es gibt verschiedene Arten von Testamenten. Das eigenhändige Testament kann der Erblasser […]

By | Dezember 8th, 2017|Categories: Praxistipps für Erbengemeinschaften|Tags: |Kommentare deaktiviert für Testament

LL.M-Studiengang im Versicherungsrecht

Für Jurastudenten, die nach der Absolvierung ihres ersten oder zweiten Staatsexamens an weiteren Ausbildungs- bzw. Spezialisierungsmöglichkeiten interessiert sind, könnte der LL.M.-Studiengang im Versicherungsrecht an der Universität Münster interessant sein. Das Versicherungsrecht vereint die beiden Fachrichtungen der Rechtswissenschaften und des Versicherungswesens inhaltlich und richtet sich in erster Linie an Studenten, die eine Karriere als wirtschaftsrechtlich ausgerichtete Juristen anstreben und eher geringe Ambitionen in Richtung einer Erbengemeinschaft haben. Ein erfolgreich abgeschlossener LL.M.-Abschluss bietet hierfür einige Vorteile.

Was ist der LL.M.-Abschluss und was bringt er?

Beim LL.M. (lateinische für „Legum Magister“) bzw. „Master of Laws“ handelt es sich um einen akademischen Titel innerhalb der Rechtswissenschaften. Ein LL.M.-Studium entspricht also einem Masterstudium der Rechtswissenschaften, das meistens in einer vertiefenden Spezialisierung absolviert wird.

Während der Master of Laws unter Anwälten in den anglo-sächsischen Ländern (Großbritannien, USA, etc.) schon seit Jahrzehnten populär und anerkannt ist, ist er in Deutschland erst seit kurzem angekommen. Doch mittlerweile gilt er auch hierzulande als Qualitätsmerkmal und kann für Jura-Absolventen vor allem nach dem zweiten Staatsexamen zu vielen Vorteilen verhelfen. Ein abgeschlossenes Masterstudium in einem spezifischen, rechtswissenschaftlichen Feld signalisiert potentiellen Kanzleien oder andersartigen Arbeitgebern eine besonders große Expertise in dem entsprechenden Rechtsfeld. Dieses bewusste Setzen eines Interessenschwerpunkts verspricht zum einen größere Chancen beim Jobeinstieg, […]

By | November 4th, 2017|Categories: Praxistipps für Erbengemeinschaften|Tags: |Kommentare deaktiviert für LL.M-Studiengang im Versicherungsrecht

Pflichtteil

Jeder Mensch hat das Recht, eine letztwillige Verfügung von Todes wegen zu verfassen und im Wege eines Testaments oder eines Erbvertrages das gesetzliche Erbrecht des gesetzlichen Erben zu verändern. Herkömmlicherweise spricht man dann davon, dass der gesetzliche Erbe „enterbt“ wird. Ganz richtig ist dies jedoch nicht. Wird der gesetzliche Erbe enterbt, behält er dennoch den Anspruch auf den Pflichtteil. Das Pflichtteilsrecht schränkt damit die Testierfreiheit des Erblassers ein.

Bitte beachten Sie: dieser Inhalt wird über Youtube zur Verfügung gestellt.
Mit Klick auf das Video werden Daten von Ihnen zu Youtube übertragen. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

Wer ist pflichtteilsberechtigt?

Pflichtteilsberechtigt sind nur die nächsten Angehörigen des Erblassers. Dazu gehören seine Kinder und Enkelkinder, der Ehegatte oder gleichgeschlechtliche Lebenspartner sowie die Eltern des Erblassers. Andere Verwandte haben kein Pflichtteilsrecht. Insbesondere Bruder und Schwester sowie Onkel oder Tanten haben keinen Anspruch auf den Pflichtteil. Ist eine Person an sich pflichtteilsberechtigt, kommt diese aber auch nur zum Zuge, wenn ein jüngerer Abkömmling nicht vorhanden ist. Hinterlässt der Erblasser also ein Kind, sind die Eltern des Erblassers nicht pflichtteilsberechtigt, da das Kind vorrangig zum Zuge kommt.

Wann entfällt das Pflichtteilsrecht?

Wer die […]

By | November 3rd, 2017|Categories: Praxistipps für Erbengemeinschaften|Kommentare deaktiviert für Pflichtteil

Erbschaft ausschlagen oder Erbteil verkaufen

Dieser Beitrag enthält Werbung.

Wer als Erbe berufen ist und die Erbschaft nicht annehmen möchte, kann die Erbschaft ausschlagen. Auf die Gründe kommt es nicht an. Das Recht, eine Erbschaft auszuschlagen, ist eine Konsequenz daraus, dass ein Erbe mit dem Ableben des Erblassers automatisch Erbe wird, wenn er als gesetzlicher oder als testamentarisch berufener Erbe Rechtsnachfolger des Erblassers wird. Die Ausschlagung kommt meist deshalb in Betracht, weil der Nachlass überschuldet ist und die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte übersteigen. Ist man hingegen Miterbe einer Erbengemeinschaft, so kommt neben der Ausschlagung auch in Betracht, den Erbteil zu verkaufen.

Erben oder ausschlagen

Der Erbe kann die Erbschaft nur insgesamt annehmen oder insgesamt ausschlagen. Es besteht keine Möglichkeit, sich einzelne Vermögenswerte aus dem Nachlass herauszusuchen und den Rest auszuschlagen. Die Ausschlagung kann nicht mit einer Bedingung verbunden werden, dergestalt, dass der Erbe die Erbschaft ausschlägt, falls sie sich als überschuldet erweist. Umgekehrt kann er die Erbschaft auch nicht unter der Bedingung annehmen, dass sich die Erbschaft nicht als überschuldet erweist. Hinterlässt der Erblasser mehrere Erben in Erbengemeinschaft, kann jeder Miterbe für sich allein die Erbschaft ausschlagen, unabhängig davon, welche Entscheidung die anderen Miterben treffen. Dabei muss jeder […]

By | Oktober 9th, 2017|Categories: Praxistipps für Erbengemeinschaften|Tags: |Kommentare deaktiviert für Erbschaft ausschlagen oder Erbteil verkaufen

Sie haben Fragen zum Erbrecht?

Ich freue mich von Ihnen zu hören! Nutzen Sie doch einfach mein Kontaktformular und schreiben Sie mir. Bitte beachten Sie allerdings, dass ich keine Rechtsberatung vornehmen kann, sondern ausschließlich Fragen zu meiner Webseite beantworte. Beispielsweise können Sie mir Ideen schicken, über welche weiteren Erbrechts-Themen ich schreiben kann.